1. Ausgliederung und Ausschreibung

Von Ausgliederung oder Outscourcing oder Fremdvergabe wird gesprochen, wenn  betriebsinterne Tätigkeiten an andere Unternehmen vergeben werden.  Im vorliegenden Falle würde dies im strengen Sinne allerdings nur gelten, wenn die S-Bahn GmbH selber ihre betriebsinternen Tätigkeiten an ein anderes Unternehmen vergeben würde. Tatsächlich vergibt aber nicht die S-Bahn GmbH, sondern ein öffentlicher Auftraggeber, die Länder Berlin und Brandenburg, die Wartung und den Betrieb der S-Bahn-Netzteile Nord-Süd und Stadtbahn, und zwar über eine Ausschreibung. Rechtstechnisch wird eine Ausgliederung so abgewickelt, dass Werkverträge oder Dienstleistungsverträge über die ausgegliederten  Tätigkeiten vereinbart werden, während die Ausschreibung durch einen öffentlichen Auftraggeber in einem öffentlichen Dienstleistungsvertrag mit dem alten Betreiber (S-Bahn GmbH) oder mit einem neuen privaten Betreiber mündet.

Trotzdem ist die Vergabe an einen neuen Betreiber mit einer Ausgliederung vergleichbar. Dies gilt jedenfalls für bestimmte Folgen, die auf die Arbeitskräfte nach einem Betreiberwechsel zukommen können (Verlust der bisherigen Tarifbindung; Privatisierung, wenn vorher die Tätigkeit durch den Staat oder ein staatliches Unternehmen betrieben wurde).      

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