Über uns

Sie arbeiten in der Industrie, im Handwerk, in der Pflege, im Handel und Transport, in der Wissenschaft und auch in der Kunst. Sie sind diejenigen, die Häuser bauen, und alles herstellen, aus dem die Häuser gemacht sind. Sie sind die, die die Wohnungen, Krankenhäuser und Straßen reinigen, die Maschinen herstellen, die die Alten und Kranken pflegen, die Brot und Kuchen backen, das Brot verkaufen, Korn, Kirschen und Äpfel anbauen und Mehl herstellen. Sie mästen Vieh, schlachten es und bearbeiten das Fleisch. Sie bauen und fahren Bahnen und Busse. Sie bauen Autos. Sie produzieren den Stahl für Bahnen, Busse, Autos und Maschinen. Sie erzeugen Energie. Sie bauen und reparieren Fahrräder, unterrichten Kinder und Jugendliche, verbreiten wichtige Informationen in Funk, Fernsehen und in Zeitungen, drucken Zeitungen und Bücher, lehren Mathematik, Physik und Philosophie und forschen in diesen Wissenschaften und machen Musik, Theater und Bilder.

Sie alle arbeiten in der Regel als abhängig Beschäftigte, das heißt in einem Arbeitsverhältnis.

Das Arbeitsverhältnis ist ein Herrschaftsverhältnis.

Rund 34 Millionen Menschen arbeiten unter diesen Bedingungen in unserem Land. Das sind rund 75 % aller Erwerbstätigen. Werden die Beamtinnen und Beamten, die Soldatinnen und Soldaten und diejenigen hinzugerechnet, die in einer Ausbildung sind, sind es sogar 41 Millionen Menschen. Das sind über 90 % aller Erwerbstätigen.

Um sie geht es auf unserer homepage:

  • Wie sie ihre eigenen Interessen im Betrieb oder in der Verwaltung, in Wirtschaft und Gesellschaft verteidigen
  • Wie Sie durch gemeinsames Handeln Gegenmacht aufbauen

Wir beschreiben das an konkreten gelebten Beispielen:

Es geht um unsere Freiheitsrechte und sozialen Standards

Es gibt kaum einen gesellschaftlichen oder politischen Bereich, in den das Kapital und seine Verbände nicht hinein wirken. Sie drängen auf die Einschränkung unserer Freiheitsrechte und den Abbau erkämpfter sozialer Standards. Im Interesse der Unternehmen wurden das Rentenalter heraufgesetzt und die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse, Leiharbeitsverhältnisse und Teilzeitverträge massiv ausgeweitet. Immer noch ist das Streikrecht, eines der wichtigsten Freiheitsrechte der abhängig Beschäftigten, erheblich eingeschränkt. Immer weiter nimmt die Tarifbindung ab. Das alles schwächt die Gewerkschaften unmittelbar und macht die Sicherung der Löhne immer schwerer. Dadurch wird nicht genug in die Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherungen und Rentenversicherung eingezahlt; denn die Versicherungs-Beiträge errechnen sich als Prozentsätze vom Bruttolohn. Wo nicht genug eingezahlt wird, kann auch nicht genug ausgezahlt werden. So fehlt es an der ausreichende Unterstützung, wenn wir einmal nicht für uns selbst sorgen können, also im Alter, bei Krankheit und Arbeitslosigkeit.

Auch dazu werden wir in Beiträgen Stellung nehmen.

Es geht darum, was und wie produziert wird

Was vor knapp 50 Jahren mit der Forderung nach Abschaltung der Atomkraftwerke begann, beschäftigt die ganze Gesellschaft immer mehr: Das Ziel umweltfreundlicher und ziviler Produkte und Produktion. Doch wenn es darum geht, die Atomkraftwerke abzuschalten, wenn es darum geht, die Erderwärmung aufzuhalten und wenn wir abrüsten wollen, haben wir als Gegner die Energie-, Auto- und Rüstungskonzerne. Muss das immer so weitergehen, dass uns die großen Konzerne im Wege stehen? Diese Konzerne hat noch nie der Erhalt von Arbeitsplätzen interessiert. Ihre Beschäftigten nutzen sie als Geiseln. Wäre es nicht an der Zeit, für eine Wirtschaftsordnung zu kämpfen, in der nicht mehr Privatinteressen entscheiden und die Garantie eines zumutbaren Ersatzarbeitsplatzes für diejenigen gegeben wird, die ihren Arbeitsplatz verlieren?

Es geht um die wirtschaftliche und die politische Macht

Seit über 100 Jahren wird behauptet, dass die Unternehmen und die abhängig Beschäftigten Sozialpartner sind. Dass das nicht richtig sein kann, zeigt sich spätestens, wenn ein Unternehmen Beschäftigte, die in diesem Unternehmen Jahre lang und ohne Fehlverhalten gearbeitet haben, entlässt.

Die Eigner des Unternehmens treffen alle wichtigen Entscheidungen – in der Regel über die Geschäftsführungen oder Vorstände – und bestimmen damit über das Schicksal derjenigen, die in diesen Unternehmen arbeiten. Wir zeigen, wie das im Einzelnen geschieht.

Je größer das Kapital ist, um so mehr Macht hat es in der Wirtschaft, ja in der ganzen Gesellschaft. Wirtschaftliche Macht ist politische Macht. Wir wollen sie beenden. Das Grundgesetz eröffnet die Möglichkeit, großes Kapital in Gemeineigentum zu überführen.

Doch tatsächlich verlief die Enwicklung in die umgekehrte Richtung. Die Lufthansa, die Post und in großem Umfang das Gesundheitswesen wurden privatisiert. Es gibt fast keinen Bereich mehr, der dem Zugriff des privaten Kapitals entzogen ist.

Der Einfluss der abhängig Beschäftigten in Wirtschaft und Politik war in der Bundesrepublik nie sehr groß und ist in den vergangenen Jahren noch weiter zurück gegangen. Das Kapital hat seine Macht in Wirtschaft und Politik ausgeweitet. Es kommt darauf an, die Macht des großen Kapitals zu brechen. Das geht nur über eine große politische Bewegung, in der die Gewerkschaften eine Schlüsselstellung haben müssen.

Es geht um

“gemeinsames Handeln für unsere Interessen innerhalb und außerhalb des Betriebes.

Gemeinsames Handeln innerhalb des Betriebes, um die Spaltung der Beschäftigten in Stammarbeitskräfte, Leiharbeitskräfte und Werkvertragskräfte zu beenden. Es geht um Gleichstellung und Tarifbindung, Löhne, Urlaub und Arbeitszeit. Es geht um die Verteidigung unserer Lebensgrundlagen.

Gemeinsames Handeln außerhalb des Betriebes, in den Städten und Gemeinden, ist ebenfalls auf eine Veränderung in den Betrieben ausgerichtet, aber besonders stark mit Blick auf die ganze Gesellschaft. Es geht um die Zusammenarbeit u.a. mit Umweltverbänden, Fridays-for-future-Aktiven, den Naturfreunden und den Friedensinitiativen. So lassen wir uns von der Rätebewegung anregen und setzen deren Tradition fort. 100 Jahre danach sollte Schluss sein mit der Bekämpfung ihrer Ideeen: Wir können an den Forderungen nach Sozialisierung, Demokratisierung und Entmilitarisierung unmittelbar anknüpfen. Insbesondere geht es darum, gemeinsam eine Umstellung auf umweltfreundliche und zivile Produktion und Produkte durchzusetzen. Transformation und Konversion heißt Umstellung statt Entlassung: Jeder und jede soll an einem Arbeitsplatz arbeiten, der uns, die Erde und die Umwelt nicht zerstört und nicht der Kriegsvorbereitung dient. Auch hier geht es um die Verteidigung unserer Lebensgrundlagen.

Wer immer nur Angst vor der Niederlage hat, wird niemals gewinnen. Das ist die Lehre, die wir aus der Geschichte ziehen. Das ist unser Ausblick in die Zukunft, nicht staatstragend, sondern widerständig, nicht ängstlich, sondern mutig, nicht hoffend, sondern handelnd. “Verbunden werden auch die Schwachen mächtig” (Friedrich Schiller, Stauffacher in Wilhelm Tell, Kapitel 4 Dritte Szene)” (Quelle: Isaf Gün, Benedikt Hopmann, Reinhold Niemerg Gegenmacht statt Ohnmacht).

Der Kongress der Internationalen Arbeiterassoziation beschloss am 6. Juni 1866 in Genf zur Zukunft der Gewerkschaften : “Abgesehen von ihren ursprünglichen Zwecken müssen sie jetzt lernen, bewusst als organisierende Zentren der Arbeiterklasse zu handeln, im großen Interesse ihrer vollständigen Emanzipation. Sie müssen jede soziale und politische Bewegung unterstützen, die diese Richtung einschlägt. Wenn sie sich selbst als und Vertreter der ganzen Arbeiterklasse betrachten und danach handeln, muss es ihnen gelingen, die Außenstehenden in ihre Reihen zu ziehen. Sie müssen sich sorgfältig um die Interessen der am schlechtesten bezahlten Gewerbe kümmern, z.B. der Landarbeiter, die durch besonders ungünstige Umstände ohnmächtig sind. Sie müssen die ganze Welt zur Überzeugung bringen, dass ihre Bestrebungen, weit entfernt, begrenzt und selbstsüchtig zu sein, auf die Emanzipation der unterdrückten Millionen gerichtet sind”.

Die “am schlechtesten bezahlten Gewerbe”, um deren Interessen sich die Gewerkschaften heute “besonders sorgfältig kümmern” müssen, sind die rumänischen Landarbeiter, die in jedem Jahr nach Deutschland kommen und unter schlimmen Bedingungen den Spargel stechen, und die im Jahr 2019 insgesamt rund 7,3 Millionen Arbeitskräfte mit einer atypischen Beschäftigung, die durch “besonders ungünstige Umstände ohnmächtig sind” , darunter 853.000 Leiharbeitskräfte und rund 2,3 Millionen Arbeitskräfte mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Und die Gewerkschaften müssen sich “besonders sorgfältig” um diejenigen kümmern, deren Tätigkeiten in den vergangenen Jahren aus großen Unternehmen ausgegliedert wurden und seitdem über Werkverträge oder Dienstleistungsverträge vergeben werden und damit an Fremdfirmen ohne die bisherige Tarifbindung, in jedem Fall aber mit viel schlechteren Arbeitsbedingungen. Es kommt darauf an, dass die Gewerkschaften wieder ihre Zukunft sehen in dem Kampf um die “vollständige Emanzipation” der Klasse der abhängig Beschäftigten.

Begriffe, Dokumente und übersetzte Fremdworte

Im Lexikon werden in jeweils eigenständigen Registern Begriffe, Dokumente und Übersetzungen von Fremdwörtern alphabetisch geordnet gesammelt. Im Glossar: werden Begriffe erläutert, um sie besser zu verstehen.  Unter Fremdwörter: werden wir Fremdwörter übersetzen. In Dokumente: finden sich Dokumente.