29.04.2025 – Pressemitteilung Nr. 94: CFM bietet Lohnsteigerungen – will aber die Zwei-Klassen-Belegschaft an der Charité zementieren

Berlin, 29.04.2025
Nr. 94
Landesbezirk Berlin-Brandenburg
www.bb.verdi.de


P R E S S E I N F O R M A T I O N

CFM bietet Lohnsteigerungen – will aber die Zwei-Klassen-Belegschaft an der Charité zementieren

In den Tarifverhandlungen bei der Charité Facility Management (CFM) hat die Geschäftsführung am 25.4. und 28.4. erstmals konkrete Angebote vorgelegt. Das Angebot vom 28.4. sieht Lohnerhöhungen vor, die über drei Jahre gestreckt erreicht werden sollen. Zugleich besteht die CFM jedoch darauf, die systematische Ungleichbehandlung zwischen Beschäftigten bei der CFM und der Mutter Charité zu zementieren. Denn die Geschäftsführung ist nicht bereit, die Beschäftigten nach der gleichen Systematik und den gleichen Tabellen wie an der Charité zu bezahlen. Auch bei den sogenannten Mantelregelungen, also z.B. Regelungen zu Zuschlägen bei Überstunden und Schichtarbeit, oder der freien Arztwahl bei betriebsärztlichen Untersuchungen ist die CFM nicht zu einer Angleichung an die Regelungen bei der Charité bereit.

Die ver.di Tarifkommission hat demgegenüber angeboten, in einem Stufenplan die schrittweise Angleichung von Entgelthöhe, Entgeltsystematik und Mantelregelungen an den an der Charité gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bei der CFM zu vollziehen. Damit soll innerhalb von drei Jahren das Niveau und System des TVöD erreicht werden.

„Was klingt wie ein technisches Detail, ist tatsächlich hoch politisch. Der von ver.di skizzierte Weg ermöglicht eine Perspektive der Gleichbehandlung, selbst wenn diese im ersten Schritt nicht erreicht wird. Dies entspricht den Zusagen aus dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD. Die CFM dagegen will sich nur auf Lösungen einlassen, bei denen die CFM-Beschäftigten grundsätzlich nach einem anderen System schlechter bezahlt werden als die Beschäftigten der Charité. Der CFM geht es also nicht einfach um die zusätzlichen Kosten. Sie will die Spaltung der Belegschaft auf Dauer stellen. Damit stellt sie sich grundsätzlich gegen die politischen Zusagen ihres Eigentümers, des Berliner Senats.“, erklärt Gisela Neunhöffer, ver.di Verhandlungsführerin bei der CFM.

Der Stufenplan würde es ermöglichen, die erforderlichen Kostensteigerungen über mehrere Jahre zu strecken. Dennoch lehnt die CFM diesen bislang kategorisch ab. Darüber hinaus will die CFM erst am 15. Mai weiter verhandeln. Verhandlungstermine in der Woche ab dem 5. Mai hat die Geschäftsführung abgelehnt. Damit trägt die CFM die Verantwortung für eine Verlängerung des Streiks und die damit einhergehende Belastung der Patient*innen der Charité. ver.di wird mit den Beschäftigten in einer Streikversammlung am Mittwoch beraten, ob diese dem bisherigen Tarifangebot zustimmen oder den Streik fortsetzen wollen.

„Ich verlange von den politisch Verantwortlichen im Senat, denen die CFM an Ende gehört, dass sie sich nicht mehr hinter den finanziellen Argumenten verstecken. Die Verhandlungen zeigen, dass die CFM und die Charité uns weiterhin wie Beschäftigte zweiter Klasse behandeln wollen. Wir, die am niedrigsten bezahlten Beschäftigten im Leuchtturm Charité, sollen weiterhin die Zeche für verfehlte Krankenhausfinanzierung zahlen. Wenn der Regierende Bürgermeister, von dem wir anders lautende Versprechen haben, hier nicht einschreitet, frage ich mich, ob er diese Zwei-Klassen-Belegschaft an der Charité richtig findet“, erklärt Sven Kramer, Betriebstechniker bei der CFM und Mitglied der Tarifkommission.

Für Rückfragen:
Gisela Neunhöffer, ver.di Verhandlungsführerin
gisela.neunhoeffer@verdi.de
0171 - 90 77 415