Einführung:
Es gab einmal eine Zeit, in der das Ziel, Konzerne zu vergesellschaften, sehr weit verbreitet und mit großen Hoffnungen verbunden war – nicht zufällig im Anschluss an den Ersten Weltkrieg. Die Möglichkeit, großes Kapital zu enteignen, wurde 1919 in die damaligen Weimarer Verfassung aufgenommen. Und auch nicht zufällig wurde diese Forderung nach dem Zweiten Weltkrieg ins Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland übernommen. Damit war etwas anderes gemeint als Enteignung von Privatgrundstücken für den Bau von Autobahnen. Es ging um die Enteignung des großen Kapitals, allen voran der Schwerindustrie, die eine große Verantwortung für diese Kriege hatte. Auch ging es darum, der Gesellschaft ein demokratisches Fundament zu geben. Wirtschaftliche Weichenstellungen sollten nicht mehr in der Hand von wenigen privaten Konzernen liegen, sondern von der ganzen Gesellschaft entschieden werden.
In den vergangenen jahrzehnten wurde jedoch die Enteignung von privatem Kapital von den Freunden des Kapitals in umgekehrter Richtung thematisiert und dann auch praktiziert: Es wurde Staatseigentum privatisiert. Die Post wurde privatisiert. Die Bahn ist bis heute von der Priviatisierung bedroht. Die Rente wird Schritt für Schritt in private Hände gegeben.
Vor einigen Jahren entwickelten sich Gegenbewegungen, die nicht nur Privartisierungen abwehrten, sondern auch die Vergesellschaftung von großen privaten Konzernen forderten. Es geht vor allem um die Sicherung der sogenannten Daseinsvorsorge, also um die Erfüllung elementarer Grundbedürfnisse, um eine bezahlbare Wohnung, um die Gesundheit, um die Versorgung mit Energie und Wasser.
Ein erster wichtiger Schritt war der erfolgreiche Berliner Volksentscheid “Das Wasser gehört allen!”. Das Wasser in Berlin war zu einem erheblichen Teil privatisiert worden. Diese Privatisierung konnte mit dem Volksentscheid wieder rückgängig gemacht werden.
Vor allem mit dem erfolgreichen Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungskonzerne in Berlin – “Deutsche Wohnen & Co enteignen!” – ist die Forderung nach Vergesellschaftung, die schon 1919 in die Weimarer Reichsverfassung aufgenommen wurde, wieder in den Köpfen vieler Menschen angekommen. Die Enteignung und Vergesellschaftung großen Kapitals wird zunehmend als ein Schlüssel für eine demokratische Wende in der Gesellschaft erkannt.
Auf dieser Seite werden Aktionen dokumentiert, die die anhaltenden Bemühungen der Privatisierung von Staatseigentum bekämpfen und zugleich der Forderung nach Vergesellschaftung mehr Nachdruck verleihen.
Auch der Kampf um Klimaschutz und die Transformation zu einer umweltverträglichen Arbeit gehört in diesen Zusammenhang. Große Konzerne zerstören die Welt und sind für die Klimaaufheizung in hohem Maße verantwortlich. Das gilt in besonderem Maße für Konzerne der Energiewirtschaft, aber auch für andere Konzerne wie die der Automobilindustrie oder der Zemetindustrie. Das wichtigste Ziel einer raschen Transformation ist eine Produktion, die frei von schädlichen Emissionen ist. Dieses Thema der Bewohnbarkeit der Welt steht in einem engen Zusammenhang mit der Frage “Wem gehört die Welt?”. Wer die Zerstörung der Welt beenden will, muss dafür sorgen, dass die Welt nicht mehr unter einigen wenigen weltweit agierenden Großkonzernen aufgeteil ist, die die Welt zerstören. Wir haben die zunehmende Zerstörung der Welt durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wegen seiner Bedeutung zu einem eigenständigen Thema gemacht: Bewohnbarkeit der Welt.
Es geht um den prägenden Einfluss des großen Kapitals auf alle Lebensbereiche. Solange das große Kapital nicht vergesellschaftet ist, ist die Frage, die auf dieser Seite gestellt wird, beantwortet: Die Welt gehört den großen privaten Konzernen.
Wer das ändern will, muss diese Konzerne in Gemeineigentum überführen. Und wer verhindern will, dass sich jemals wieder solche Großkonzerne bilden, der muss die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beenden. Denn diese Ausbeutung ist es, durch die immer wieder neues Kapital gebildet wird. In einer kapitalistischen Welt ist Kapital also sowohl Ergebnis als auch Voraussetzung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
In einem ersten Schritt muss das private Kapital, das Privateigentum an Produktionsmitteln, in einem solchen Umfang in Gemeineigentum überführt werden, dass das Kapital nie mehr die Geschicke der Gesellschaft bestimmen kann.
- Vorspann I: Wem gehört die Welt? – Die Antwort der Deutschen Bank
Wir arbeiten in Betrieben als abhängig Beschäftigte. Aber die Betriebe gehören uns nicht. Wir wohnen in den Wohnungen als Mieter. Aber die Wohnungen gehören uns nicht. Die Antwort der Deutschen Bank auf die Frage “Wem gehört die … Weiterlesen - Vorspann 2: Karl-Marx-Relief
Dieses Karl-Marx-Relief befindet sich gegenüber der Deutschen Bank auf der anderen Straßenseite. Über dem Straßenschild ist vermerkt: “Karl Marx Begründer des Wissenschaftlichen Sozialismus 1818 – 1883” Die Karl-Marx-Straße heißt so seit dem 31.7.1947. Seine Lehren werden bis … Weiterlesen - Wessen Welt ist die Welt?
Nicht nur das Gesundheitswesen wurde von einer systematischen Privatisierung überzogen, sondern viele andere Bereiche des Lebens auch, das Wasser, Wohnungen – nichts blieb verschont. Alles wurde zu einer Kapitalanlage. Aber es gibt auch die andere Seite, den … Weiterlesen - Der Kampf um die Vergesellschaftung großer Konzerne: Das Recht
Welche Möglichkeiten zur Vergesellschaftung eröffnet das Grundgesetz?Maria Metzke, Richterin a.D, stellte schon auf einem Symposium “Die unvollendete Revolution 1918/1919” im Jahr 2019 im IG Metall-Haus Berlin dar, welche Möglichkeiten das Grundgesetz zur Enteignung und Vergesellschaftung eröffnet. Maria … Weiterlesen - Der Kampf um die Vergesellschaftung großer Konzerne: Die Geschichte.
Zur Geschichte der Vergesellschaftung Der Historiker Dietmar Lange sprach zwei Jahre später über die Geschichte des Kampfes um die Vergesellschaftung großen Kapitals. Auch diese Veranstaltung wurde von der Koordination “Die unvollendete Revolution 1918/1919” durchgeführt. Das Grundgesetz eröffnet … Weiterlesen - Gemeinsam für Vergesellschaftung
Die Enteignung und Vergesellschaftung großen Kapitals wird zunehmend als ein Schlüssel für eine demokratische Wende in der Gesellschaft erkannt. Hier die Dokumentation weiterer Aktionen für die Vergesellschaftung großen Kapitals : Wichtige Beiträge Wichtige Beiträge - Deutsche Wohnen & Co enteignen!
Über eine Millionen Menschen– 56,4 Prozent – stimmten 2021 am Tag zu den Wahlen zum Bundestag und Abgeordnetenhaus in einem Volksentscheid für die Enteignung der großen Wohnungskonzerne. Nur 39,0 Prozent stimmten dagegen. Bis jetzt steht die notwendige Vorlage … Weiterlesen - BlackRock & Co enteignen!
Einleitung: Die unbekannte Weltmacht BlackRock Seit mehreren Jahrzehnten gerät nahezu die ganze Welt in steigendem Tempo unter die Herrschaft der Finanzmärkte. Entscheidend sind dabei insbesondere die Schattenbanken, angeführt vom US-Vermögensverwalter BlackRock (Schwarzer Fels), der seit der Finanzkrise … Weiterlesen - Keine weitere Privatisierung der Rente!
Unterstütze die Kampagne Für Rente wie in Österreich Keine weitere Privatisierung der Rente! Eine Privatisierung der Rente bietet keine guten Aussichten für die jungen Menschen, die einmal im Alter von ihrer Rente leben wollen. Das Beispiel Schweden … Weiterlesen - Das Wasser gehört allen!
Einführung: Im Kampf um das Wasser sind unser Gegner große Konzerne. Sie sehen im Wasser eine Kapitalanlage. Ihnen geht es um Gewinne. Der Kampf um das Wasser wird weltweit geführt.[1]siehe Maude Barlow: “Wasser als Menschenrecht, Wasser als … Weiterlesen - Stromkonzerne enteignen, Energiewirtschaft vergesellschaften!
Energieproduktion vergesellschaftenZu einer Demonstration in Köln am 27. August 2022 wurde ein bemerkenswerter Aufruf verfasst, der sich auf die Forderung konzentriert: Stromkonzerne enteignen und Energieproduktion vergesellschaften. Immer mehr wird gefordert, die Stromkonzerne zu enteigenen und die Energiewirtschaft … Weiterlesen - Berlin: Eine S-Bahn für alle!
Einführung in das Thema: Keine Privatisierung der S-Bahn! 25. November 2020. Die S-Bahn wurde zu 2/3 ausgeschrieben. Damit droht die Privatisierung von Teilen der S-Bahn. Die Länder Berlin und Brandenburg bieten in der Ausschreibung den Bewerbern ein … Weiterlesen - Privatisierung der Post, Postgesetz
Die Post und Telekommunikation waren einmal in staatlicher Hand. Die Geschichte der Privatisierung der Post ist eine Geschichte der Zerstörung öffentlicher Dienstleistungen und von guten Arbeitsplätzen. Aktuell geht der Kampf um die Regulierung der Post-Dienste: Das Postgesetz. … Weiterlesen - Bewohnbarkeit der Welt: Klimaschutz + Transformation
Bewohnbarkeit der Welt Die Bewohnbarkeit der Welt hängt davon ab, wie auf dieser Welt gearbeitet wird, mit welchen Rohstoffen, mit welcher Energie und zu welchem Zweck. Der Transformationsatlas der IG Metall im Jahr 2019 war ein wichtiger Auftakt, um … Weiterlesen
Beitragsfoto: Vorspann 1 und 2, Wessen Welt ... , Der Kampf um die ... , Vergesellschaftung ... , Gemeinsam ... , Deutsches Wohnen ... , BlackRock ... , Stromkonzerne ... , Berlin ... ,Privatisierung Post ... und Bewohnbarkeit: Ingo Müller
