Vorspann I: Wem gehört die Welt? – Die Antwort der Deutschen Bank

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Wir arbeiten in Betrieben als abhängig Beschäftigte. Aber die Betriebe gehören uns nicht. Wir wohnen in den Wohnungen als Mieter. Aber die Wohnungen gehören uns nicht. Die Antwort der Deutschen Bank auf die Frage “Wem gehört die Welt” ist in der Karl-Marx-Straße am Hermannplatz zu sehen:

In großem Umfang investieren kann nur, wer das entsprechende Geld dafür hat. Je mehr er investieren kann, desto mehr gehört ihm die Welt. Vor allem gehört ihm immer mehr die Arbeit anderer Menschen in der Welt.

Arbeit und Kapital

Die Fähigkeit zur Arbeit unterscheidet Menschen von anderen Lebewesen. [1]“Wir unterstellen die Arbeit in einer Form, worin sie dem Menschen ausschließlich angehört. Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den … Continue reading

Zwischen Arbeit und Kapital besteht – wie schon von Karl Marx beschrieben – ein Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnis. Investitionen in Produktionsmittel sind Kapital. Dieses private Eigentum an Produktionsmittel emöglicht die Aneignung von unbezahlter Arbeit. Daraus leiten Sozialisten ihre zentrale Forderung ab: Es geht um nichts anderes als eine Rückübereignung. Die unbezahlte Arbeit, die sich Unternehmen angeeignet haben, sollen sie an diejenigen zurückübereignen, die diese unbezahlte Arbeit geleistet haben [2]Expropriation der Expropriateure. Die Rückübereignung soll so geschehen, dass das angehäufte private Kapital in Gemeineigentum überführt wird. Häufig wird diese Rückübereignung auch als Vergesellschaftung von privatem Kapital beschrieben. Dabei geht es vor allem um das große private Kapital. “Was des Volkes Hände schaffen, soll des Volkes eigen sein” – heißt eine alte sozialistische Losung. Da allerdings die Arbeit im Kopf eine immer größer Bedeutung bekommt, sollte diese Losung erweitert werden: Was des Volkes Hände und Köpfe schaffen, soll des Volkes eigen sein![3]Die DDR hatte auf ihrer Fahne nicht nur Hammer und Sichel, sondern auch den Zirkel.

References

References
1 “Wir unterstellen die Arbeit in einer Form, worin sie dem Menschen ausschließlich angehört. Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen menschlichen Baumeister. Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister vor der Biene auszeichnet, ist, dass er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideell vorhanden war. Nicht dass er nur eine Formveränderung des Natürlichen bewirkt; er verwirklicht im Natürlichen zugleich seinen Zweck, den er weiß, der die Art und Weise seines Tuns als Gesetz bestimmt und dem er seinen Willen unterordnen muss. Und diese Unterordnung ist kein vereinzelter Akt. Außer der Anstrengung der Organe, die arbeiten, ist der zweckmäßige Wille, der sich als Aufmerksamkeit äußert, für die ganze Dauer der Arbeit erheischt, und umso mehr, je weniger sie durch den eigenen Inhalt und die Art und Weise ihrer Ausführung den Arbeiter mit sich fortreißt, je weniger er sie daher als Spiel seiner eigenen körperlichen und geistigen Kräfte genießt.”(Karl Marx “Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band”, MEW, Bd. 23, Berlin 1983, S. 193).
2 Expropriation der Expropriateure
3 Die DDR hatte auf ihrer Fahne nicht nur Hammer und Sichel, sondern auch den Zirkel.