Umwelt-, Klimaschutz + Transformation

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Die Bewohnbarkeit der Welt hängt davon ab, wie auf dieser Welt gearbeitet wird, mit welchen Rohstoffen, mit welcher Energie und zu welchem Zweck.

Der Transformationsatlas der IG Metall im Jahr 2019 war ein wichtiger Auftakt, um mit dem Handeln für eine umweltverträgliche Arbeit zu beginnen.

Wir sind als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in doppelter Hinsicht gefragt, wenn es um die Sicherung unserer Lebensgrundlagen geht. Wir müssen die Unternehmen zwingen, das Arbeiten umweltverträglich umzustellen. Und wir müssen die Unternehmen zwingen, die Lasten dieser Umstellung nicht auf unserer Kolleginnen und Kollegen abzuwälzen. Denn schon jetzt läuft es in den Zuliefererfirmen der Autoindustrie nach dem üblichen Strickmuster: Wo umweltschädliche Arbeitsplätze wegfallen, werden nicht umweltverträgliche Ersatzarbeitsplätze angeboten; es wird entlassen. Das geht bis zu Betriebsschließungen. Auch in den Stammbetrieben sind Beschäftigte vn Arbeitslosigkeit bedroht.

Wenn wir uns aber im Kampf gegen Entlassungen und schlechtere Arbeitsbedingungen von den Unternehmen gegen den Umweltschutz instrumentalisieren lassen, richtet sich das nur gegen uns selbst. Es ist in unserem Interesse, dass die Welt bewohnbar bleibt.

Es reicht nicht, sich auf die Kritik zu beschränken, die Unternehmen hätten sich immer noch nicht auf die Transformation vorbereitet. Es ist notwendig, betriebs- und unternehmensbezogen die Transformation voranzutreiben und dabei die Kolleginnen und Kollegen vor Entlassung und Absenkung sozialer Standards zu schützen. Dazu brauchen wir mehr Rechte in den Betrieben und Unternehmen.

Hinweis:

Einzelne Beiträge zu dem Thema dieser Seite “Umwelt-, Klimaschutz + Transformation” werden immer wieder ergänzt und es werden neue Beiträge hinzugefügt. Diese Aktualisierungen werden in der Regel auch auf der Seite Aktuelles bekannt gemacht.

Einführung:

Es ist sehr wichtig, die Ursachen für die Aufheizung des Klimas zu erkennen. Ja, der Klimawandel ist von Menschen gemacht, aber man kann das genauer sagen: Die Aufheizung des Klimas ist eine unmittelbare Folge der Industrialisierung. Aber auch mit dem Begriff “Industrialisierung” sind die Ursachen nicht sehr präzise benannt. Denn dieser Begriff erfasst nicht, wer diese Industrialisierung in den vergangenen zwei Jahrhunderten und vor allem auch in den letzten Jahrzehnten in den industrialisierten Ländern vorangetrieben hat.

Laut carbon Majors Report sind seit 1988 hundert Konzerne für 71 % der weltweiten schädlichen Emissionen verantwortlich. Damit sind nur die Hersteller fossiler Brennstoffe wie ExxonMobil, Shell, BHP Billiton usw. erfasst. Hinzu kommen die Konzerne, die Autos, Stahl usw. produzieren und damit ebenfalls für einen erheblichen Teil der schädlichen Emissionen verantwortlich sind.

Zur Durchsetzung der Forderung, das Klima nicht um mehr als 1,5 Grad zu erhöhen, müssen drei Fragen beantwortet werden: Welche Maßnahmen sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen? Wie werden die notwendigen Maßnahmen durchgesetzt? Wer soll die notwendigen Maßnahmen bezahlen?

Bei der dritten Frage geht es nicht darum, die Finanzierung auf die lange Bank zu schieben und dadurch die notwendigen Maßnahmen noch teurer zu machen, sondern es geht darum, diejenigen heranzuziehen, die zahlen können. Nur so kann die Durchführbarkeit der notwendigen Maßnahmen gesichert und vermieden werden, diejenigen in den Widerstand gegen ein klimaneutrales Wirtschaften zu treiben, die am wenigsten für die klimaschädlichen Emissionen verantwortlich sind und die auch hohe finanzielle Belastungen am wenigsten tragen können. So fordert die Deutsche Umwelthilfe zu Recht die Co2 Preiserhöhungen für die Heizenergie zu 100 Prozent den Vermietern anzulasten und ihnen den Weg zu versperren, diese Preiserhöhungen auf die Mieter abzuwälzen.

Im Kern geht es um die Arbeit in den großen Konzernen – zum Beispiel um die Arbeit in der Mobilitätsindustrie (Autos, Bus und Bahn) oder im Bergbau oder in der Energiewirtschaft. Es geht um das “Was”, “Wie” und ”Wer” der Produktion:

  • Was muss mehr werden (zum Beispiel: Öffentlicher Nahverkehr, erneuerbare Energien) und was muss weniger werden (zum Beispiel der Individualverkehr) und was darf überhaupt nicht mehr produziert und gefördert werden (zum Beispiel: fossile Energie, Verbrennungsmotoren)?
  • Wie schnell muss diese Transformation durchgeführt werden?
  • Wer entscheidet die notwendigen Maßnahmen, wer überprüft sie und wer kann die Nichteinhaltung dieser Maßnahmen sanktionieren oder die Sanktionierung veranlassen?

Bisher haben alle diese Fragen die Unternehmen, also das große Kapital, nicht aber die Beschäftigten in diesen Unternehmen entschieden. Das muss sich ändern. Alle, die auf dieser Erde leben und arbeiten wollen, können gegen das große Kapital eine Gegenmacht bilden, um die Transformation hin zu einer umweltverträglichen Arbeit in dem notwendigen Ausmaß und Tempo zu erzwingen und die Lasten nicht auf die Beschäftigten abzuwälzen.

Foto: Ingo Müller. Auf der Klimademonstration am 20. September 2019.

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28. Oktober 2025: Oxfam: Klima der Ungleichheit: Wie extremer Reichtum weltweit die Klimakrise, Armut und Ungleicheit verschärft

Nach einer Analyse von Oxfam erzeugen die Investitionen von 125 der reichsten Milliardärinnen der Welt[1]Die ausgewählten 125 stammen aus der Bloomberg-Liste der reichsten 500 Menschen, sind aber auf jene Milliardär*innen begrenzt, über die erstens ausreichend Daten zu den Unternehmensmissionen … Continue reading im Durchschnitt pro Milliardärin jedes Jahr Emissionen von drei Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Das entspricht den durchschnittlichen Emissionen von rund einer Millionen Menschen aus den ärmeren 90 Prozent der Weltbevölkerung.[2]Oxfam (2022): Carbon Billionaires: The investment emissions of the world’s richest people. … Continue reading

Hier die Pressemitteilung lesen

Hier den Bericht lesen


November 2023: Oxfam “Klima der Ungleicheit”

“Trotz des Pariser Klimaabkommens steuert die Welt ungebremst auf eine katastrophale Entwicklung der Klimakrise zu. Regelmäßig lesen wir in den Nachrichten wie die Klimakrise Menschenleben kostet und Lebensgrundlagen, Häuser, Infrastruktur, Kultur und Traditionen zerstört. Diese Nachrichten kommen vor allem aus den Ländern des Globalen Südens. Zunehmend macht sich die Klimakrise aber auch in den wirtschaftlich privilegierten Ländern bemerkbar.

Dennoch verbrennen wir nach wie vor gewaltige Mengen an Erdöl, Erdgas und Kohle, betreiben industrielle Landwirtschaft und holzen oder brennen Wälder ab. Das alles verursacht große Mengen an Treibhausgasen, die die Atmosphäre aufheizen. Schon heute liegt deswegen die globale Durchschnittstemperatur um etwa 1,1°C höher als noch zu Beginn der Industrialisierung. Und das ist nur der Anfang: Obwohl im Pariser Abkommen vereinbart ist, die globale Erwärmung langfristig auf maximal 1,5°C zu begrenzen, bewegen wir uns derzeit auf plus 2,7°C bis Ende des Jahrhunderts zu. Denn fast kein Land ist bereit, fair und angemessen zum globalen Klimaschutz beizutragen – auch Deutschland nicht. Konzerne investieren weiter in die Förderung fossiler Ressourcen, und der Ausbau der erneuerbaren Energien geht viel zu langsam voran. Dabei sind die 1,5°C des Pariser Abkommens nicht zufällig gewählt. Sie stellen die Grenze dar zu einem Szenario, bei dem die klimatischen Veränderungen nach derzeitigem Wissensstand zunehmend außer Kontrolle geraten. Ohne eine rasche Verringerung der Treibhausgasemissionen dürfte diese Grenze schon bald nicht mehr zu halten sein.

Die Klimakrise und extreme soziale Ungleichheit sind keine voneinander getrennten Krisen, sondern eng miteinander verwoben. Extreme Ungleichheit und die Klimakrise verschärfen sich gegenseitig und müssen deswegen auch gemeinsam angegangen werden. Dabei gilt es nicht nur, die Länder und Konzerne für ihre aktuellen und historischen
Emissionen in die Verantwortung zu nehmen, sondern insbesondere auch die Reichen und Superreichen, die durch extremen Konsum, klimaschädliche Investitionsentscheidungen und politische Einflussnahme stark zur Klimakrise beitragen.”

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10.08.2022: Mehr klimaschädliche Emissionen durch die Unternehmen

Das Handelsblatt berichtete am 10. August 2022: Die 40 DAX-Konzerne erhöhten ihre klimaschädlichen Emissionen im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent. Absolut sind das 16,5 Millionen Tonnen Treibhausgas, das mehr ausgestoßen wird. Das sei etwa so viel, wie die Großstadt Berlin im Jahr ausstößt. 2020 waren die globalen Emissionen wegen der Coronakrise erstmals gesunken.

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07.01.2022: Kobaltreserven reichen noch 11 Jahre

7. Januar 2022 Hopmann: In einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) – eine Institut der Unternehmerverbände – wird davor gewarnt, dass “die bekannten Kobaltreserven beim heute absehbaren Bedarf nur noch 11 Jahre” reichen. In dem Artikel wird als Lösung auf kobaltfreie Batterien und Recycling gesetzt [3]siehe: https://ecomento.de/2021/12/21/kobaltreserven-fuer-elektroautos-reichen-noch-11-jahre-studie/.

Die Versorgung mit anderen Rohstoffen wird ebenfalls als risikoreich eingeschätzt. “Die Versorgungssicherheit der Industrie mit 20 wichtigen Rohstoffen sei sehr kritisch. Hochriskant sei die Versorgung bei den für die Elektroauto-Batterien wichtigen Rohstoffen Kobalt, Lithium und Graphit”. Zum Schluss des Berichts über diese Studie heißt es, der “verlässliche und bezahlbare Bezug von Rohstoffen” müsse außenpolitisch und in den Unternehmen Priorität haben.

So werden bei der Beschreibung von dem, was Priorität haben soll, Außenpolitik und die Interessen der Unternehmen in einem Atemzug genannt.

Was ist mit dem allgemeinen Begriff “Versorgungssicherheit” gemeint? Der “verlässliche und bezahlbare Bezug von Rohstoffen”? Ein weites Feld.

Zur Möglichkeit kobaltfreier Batterien heißt es nur, „man darf den technischen Fortschritt nicht unterschätzen. Aber da muss man am Ball bleiben.“

Mit Ausnahme von Kobalt werden keine Angaben darüber gemacht, wie lange die Rohstoffe reichen, wenn die Batterieproduktion hoch gefahren wird. Was sind die Folgen, wenn Rohstoffe in entsprechendem Umfang verbraucht werden? Wie oft kann das Recycling wiederholt werden?

Die Umstellung auf Batterieproduktion zur uneingeschränkten Fortführung des Individualverkehrs gleicht einem Blindflug.

Besser wäre es, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Anstatt den Wettbewerb, also die Privatisierung auf der Schiene voranzutreiben, wie es die Bundesegierung der Ampelkoalition plant, wäre der massive Ausbau der Bahn in öffentlicher Hand notwendig. Was in der Schweiz geht – die Bahn aus einer Hand mit umfassender Dienstleistung -, muss auch in Deutschland möglich sein. Zur Vertiefung empfehle ich den Beitrag von Dr. Bernhard Knierim auf der Homepage ‘Bündnis Bahn für alle’: “Wie der Wettbewerb die Bahn beschädigt


References

References
1 Die ausgewählten 125 stammen aus der Bloomberg-Liste der reichsten 500 Menschen, sind aber auf jene Milliardär*innen begrenzt, über die erstens ausreichend Daten zu den Unternehmensmissionen vorhanden sind und die zweitens mindestens 10 Prozent an mindestens einem
Unternehmen halten. Zur genauen Methode siehe Oxfam (2022): Carbon Billionaires. The investment emissions of the world’s richest people. https://policy-practice.oxfam.org/resources/carbon-billionaires-the-investment-emissions-of-the-worlds-richest-people-62144699
2 Oxfam (2022): Carbon Billionaires: The investment emissions of the world’s richest people. https://policy-practice.oxfam.org/resources/carbon-billionaires-the-investment-emissions-of-the-worlds-richest-people-621446. In der Studie werden die Scope-1- und Scope-2-
Emissionen der Unternehmen, in die diese Personen investiert haben, auf Grundlage ihrer Kapitalbeteiligungen zugeordnet.
3 siehe: https://ecomento.de/2021/12/21/kobaltreserven-fuer-elektroautos-reichen-noch-11-jahre-studie/