Berlin, 18.09.2026
Nr. 191
Landesbezirk Berlin-Brandenburg
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P R E S S E I N F O R M A T I O N
Hohe Streikbereitschaft an der Charité – massive Einschränkung des Streikrechts durch Notdienstvorgaben / Heute ab 15:00 Uhr Streikdemonstration und Solidaritätskonzert
Der Streik für den Erhalt und die Verbesserung des Tarifvertrags zur Entlastung der Gesundheitsberufe an der Charité ist am gestrigen ersten Streiktag mit einer großen Streikbereitschaft der Beschäftigten gestartet.
Jedoch konnte sich ein großer Teil der streikbereiten Kolleg:innen wegen des gerichtlich angeordneten unverhältnismäßigen Notdienstes nicht am Streik beteiligen. Im Früh- und Spätdienst zusammen konnten ca. 43 % der streikbereiten Kolleg:innen aufgrund der Notdienstvorgaben ihr Streikrecht nicht wahrnehmen. Besonders dramatisch war die Situation im Spätdienst. Hier konnten ca. 66 % der Kolleg*innen ihr Recht auf Streik nicht ausüben.
„Wir sind bereit jeden Notdienst zu schicken, der wirklich gebraucht wird. Aber dieses Urteil führt dazu, dass einfach der Normalbetrieb weiter läuft und den Streikenden unter dem Vorwand des Notdienstes das Streikrecht genommen wird. Seit vielen Jahren kommt es zu Streiks an der Charité, und noch nie kam es zu einer Patient:innengefährdung, weil wir einen Notdienst verweigert hätten. Nicht der Streik gefährdet die Patient:innen, sondern die drohenden Personalkürzungen, gegen die sich dieser Streik richtet“, erklärt Dana Lützkendorf, ver.di-Gewerkschaftssekretärin und Streikleitung an der Charité.
Die Angriffe auf das Streikrecht der Gesundheitsarbeiter:innen an der Charité sorgen für massiven Unmut in der Belegschaft und steigern die Bereitschaft, sich zu organisieren. Erst letzte Woche hatten über 3.000 Kolleg:innen einen offenen Brief an den Charité-Vorstand unterschrieben, der die unverhältnismäßigen Notdienste kritisiert.
Unterdessen haben sich in der laufenden Tarifbewegung bereits fast 800 Beschäftigte neu in ver.di organisiert.
„Wir sind jetzt mit so vielen Kolleg*innen an der Charité gewerkschaftlich organisiert wie nie zuvor. Wenn der Charité-Vorstand glaubt, unsere Bewegung mithilfe der Gerichte stoppen zu können, hat er sich geschnitten. Diese Bewegung wird so lange weitergehen, bis wir ein annehmbares Ergebnis haben“, erklärt Mareen Höwler , Intensivpflegekraft an der Charité.
Am heutigen Freitag wird der Streik fortgesetzt. Nachmittags findet eine Streikdemonstration, gemeinsam mit Bündnispartner*innen statt. Die Demonstration startet um 15:00 Uhr am Robert-Koch-Platz. Um 17:00 Uhr findet eine Abschlusskundgebung mit Live-Acts statt.
„Das landeseigene Betriebe in dieser Art und Weise gegen das Streikrecht ihrer Beschäftigten vorgehen ist inakzeptabel. In Berlin scheint das zunehmend zum guten Ton zu gehören, dass öffentliche Unternehmen versuchen, Tarifauseinandersetzungen nicht am Verhandlungstisch, sondern vor Gericht zu führen. Wir erwarten hier von einem zukünftigen Senat, dass er diesen Angriffen auf das Streikrecht klare Grenzen setzt“, erklärt die Landefachbereichsleiterin von ver.di Berlin-Brandenburg Andrea Kühnemann.
Für Rückfragen:
Gisela Neunhöffer, ver.di-Verhandlungsführerin
gisela.neunhoeffer@verdi.de
0171 90 77 415
Dana Lützkendorf, ver.di-Gewerkschaftssekretärin
0151 72440765
dana.luetzkendorf@verdi.de
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