Inhaltsverzeichnis
- Thomas G. -Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
- 21.04.2026: Interview Junge Welt: »Kufiyas in Buchenwald«Eine Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur – Video
- Benedikt Hopmann und Erika Mourgues vom VVN-VdA e.V.
Thomas G. -Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
Zitat:
Thomas von der Jüdischen Stimme zur Kampagne @kufiyasinbuchenwald. Das Statement könnt ihr unter kufiyas-in-buchenwald.org unterschreiben und die Kampagne weiter unterstützen.
Quelle:
21.04.2026: Interview Junge Welt: »Kufiyas in Buchenwald«
Eine Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur – Video
Zitat:
Die Kampagne »Kufiyas in Buchenwald«, getragen von Jüdinnen und Juden, Kommunistinnen und Kommunisten sowie propalästinensischen Organisationen, stellt die offizielle deutsche Erinnerungspolitik in Frage. Ausgangspunkt ist ein Vorfall im Jahr 2025, als der Aktivistin Anna am 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald der Zutritt verweigert wurde, weil sie eine Kufija trug. Während die Kampagne darin politische Zensur sieht, verweist die Gedenkstätte auf den Schutz der Würde des Ortes und auf ihre Regeln zu politischen Symbolen. Auch eine für den 12. April 2026 geplante Mahnwache wurde untersagt. Dennoch versammelte sich an diesem Tag eine Gruppe jüdischer Aktivistinnen und Aktivisten – darunter Nachfahren von Überlebenden – spontan auf dem Gelände und verlas eine Erklärung, die fordert, Erinnerung müsse auch die Situation in Gaza sowie die Verantwortung Deutschlands thematisieren.
Quelle:
Hinweis zum Film: Die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“, getragen von Jüdinnen, Kommunist:innen und pro-palästinensischen Organisationen, stellt die offizielle deutsche Erinnerungspolitik infrage. Ausgangspunkt ist ein Vorfall im Jahr 2025, als der Aktivistin Anna am 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald der Zutritt verweigert wurde, weil sie eine Kufiya trug. Während die Kampagne darin politische Zensur sieht, verweist die Gedenkstätte auf den Schutz der Würde des Ortes und ihrer Regeln zu politischen Symbolen. Auch eine für den 12. April 2026 geplante Mahnwache wurde untersagt. Dennoch versammelte sich an diesem Tag eine Gruppe jüdischer Aktivist:innen – darunter Nachfahren von Überlebenden – spontan auf dem Gelände und verlas eine Erklärung, die fordert, Erinnerung müsse auch die Situation in Gaza sowie die Verantwortung Deutschlands thematisieren.
Im Interview sprechen Anna und Tair, beide Teil der Kampagne, über die politische Dimension des Konflikts. Für sie stellt die offizielle Linie der Gedenkstätte eine Entpolitisierung der Geschichte dar. Sie verweisen auf den „Schwur von Buchenwald“, der den Kampf gegen die Wurzeln von Faschismus, Krieg und Unterdrückung formuliert, und sehen darin eine Verpflichtung, historische Erfahrungen mit gegenwärtigen Kämpfen zu verbinden. Erinnerung dürfe nicht auf ritualisierte Vergangenheitspolitik reduziert werden, sondern müsse gesellschaftliche Kontinuitäten sichtbar machen.
Im Zentrum der Kritik steht die deutsche „Staatsräson“, die aus der Erinnerung an den Holocaust eine bedingungslose Unterstützung Israels ableitet. Nach Auffassung der Kampagne dient dies dazu, Dissens zu delegitimieren und Proteste gegen Krieg und Kolonialismus zu kriminalisieren. Bei der Mahnwache trugen Teilnehmende T-Shirts mit Aufschriften wie „Jews Against Genocide“ und „From Buchenwald to Gaza – Resistance until Liberation“, um auf Kontinuitäten imperialistischer Gewalt und deutsche Mitverantwortung hinzuweisen. „Kufiyas in Buchenwald“ verbindet das Erbe des antifaschistischen Widerstands mit aktuellen Kämpfen gegen Krieg, Rassismus und Ausbeutung – und stellt die Frage nach den politischen Konsequenzen aus der Geschichte.
Benedikt Hopmann und Erika Mourgues vom VVN-VdA e.V.
Zitat:
Kufiya, Olivenzweig, Wassermelone – Zeichen palästinensischer Identität und Solidarität – werden in der Gedenkstätte Buchenwald pauschal kriminalisiert und verboten. Hausverbote aufgrund von Palästinasolidarität und Kufiya werden verhängt, so etwa im April 2025. Selbst die Forderung nach einem Waffenstillstand („ceasefire”) wird als Teil einer vermeintlich „antijüdischen Mobilisierung” dargestellt und kriminalisiert.
Zur Gedenkfeier des 80. Jahrestags der Befreiung Buchenwalds im April 2025 wurde der jüdische Philosoph Omri Böhm auf Druck der israelischen Botschaft ausgeladen, da dieser den Genozid in Gaza und den Zionismus kritisiert hatte. Als eine spanische Vertreterin einer Jugenddelegation in ihrer Rede ein Ende des Genozids forderte, wurde sie öffentlich vom Direktor der Gedenkstättenstiftung, Jens-Christian Wagner, zurückgewiesen – solche Aussagen „gehören sich nicht“ in Buchenwald.
Im Gegensatz zu Verlautbarungen allgemeiner Flaggenverbote und dem vermeintlichen Wunsch nach einem „unpolitischen" Gedenken, bezieht sich die Gedenkstättenleitung gerne auf Themen, die zur deutschen Außenpolitik und „Staatsräson” passen und lässt dementsprechend bestimmte Flaggen und Symbole zu, insbesondere die israelische Flagge.
Buchenwald mahnt - nicht zur Loyalität gegenüber Deutschland und Israel, sondern zu Antifaschismus und Internationalismus
Wir fordern von der Leitung der Gedenkstätte Buchenwald:
1. Eine offene Thematisierung des Völkermords in Gaza in der Gedenkstätte Buchenwald
2. Kein Verbot palästinensischer Symbole in der Gedenkstätte Buchenwald und keine Verunglimpfung dieser als antisemitisch.
3. Keine Haus- und Sprechverbote wegen Palästina-Solidarität oder Kritik am Apartheidstaat Israel.
Lest und unterschreibt das vollständige Statement. Gegen die Vereinnahmung antifaschistischen Gedenkens zur Rechtfertigung neuer Verbrechen.
www.kufiyas-in-buchenwald.org
Quelle:
Beitragsfoto: Thomas G. – Buchenwald, April 2026
