Kommunalisiert endlich die S‑Bahn Berlin !

An die Berliner Parteien

Hier geht es zur Petition: „Kommunalisiert endlich die S-Bahn Berlin!“.

Liebe Freundinnen und Freunde einer guten Bahn für alle,  

öffentliche Verkehrsangebote sind Daseinsvorsorge. Alle müssen die Möglichkeit haben, ohne Auto von A nach B zu kommen. Für größere Entfernungen geht das am besten per Zug, auch im Nahverkehr spielen Züge und S-Bahnen eine wichtige Rolle. Leider hat sich eine Verkehrspolitik breitgemacht, nach der ein sogenannter Wettbewerb zwischen Zugbetreibern vorteilhaft sein soll. Versprochen werden dauerhaft günstigere Preise und mehr Angebote in der Fläche. Untersuchungen zeigen, dass die Realität nach 30 Jahren Wettbewerb anders aussieht: Die Kosten der Ausschreibungen sind immens, gleichzeitig erhält die öffentliche Hand oft schlechte Qualität, es fehlen Züge, es gibt zu wenig Personal, Lohndumping, Insolvenzen. Und das, ohne viel korrigieren zu können – die Verträge laufen meist 15 Jahre.

Ein abschreckendes Beispiel ist die S-Bahn Berlin. Mit fast 500 Millionen Personen befördert der Nahverkehrsriese 7,7-mal so viele Reisende pro Jahr wie die Deutsche Bahn im Fernverkehr. Doch leider haben die dogmatischen Wettbewerbsvorgaben der jüngsten Ausschreibung für die Entwicklung der S-Bahn und vor allem für die Kundinnen und Kunden schwerwiegende Folgen. Immer mehr Züge fallen aus, daher musste die S-Bahn für das Jahr 2025 der Hauptstadt 54 Millionen Euro zurückzahlen, doppelt so viel wie noch 2024. Im neuen Fahrplan müssen sogar Verbindungen gestrichen werden, weil Züge fehlen. Bei der Ausschreibung gab es mehr als zwanzig Terminverschiebungen, und daher verzögert sich auch die Lieferung neuer S-Bahnen um mindestens fünf Jahre. Die Kosten haben sich inzwischen verdoppelt, das bedeutet: Pro Milliarde Euro können später nur halb so viele Menschen S-Bahn fahren.

In Berlin wurden diese Probleme mittlerweile erkannt, das ergab eine Podiumsdiskussion von Bahn für Alle im Juni, bei der unter anderem die Linke, die Grünen und die SPD vertreten waren. Statt einer Fortsetzung der Privatisierung war mehrfach von der Möglichkeit einer Kommunalisierung die Rede. Nun haben gerade diese drei Parteien beschlossen, über eine mögliche Koalition miteinander zu verhandeln. Wir haben einen Aufruf gestartet: "Kommunalisiert endlich die S‑Bahn Berlin!" Dieser Punkt muss unserer Meinung nach in den Koalitionsvertrag. Unterstützen Sie die Petition mit Ihrer Unterschrift! Helfen Sie mit, einen großen Nahverkehrsbetreiber dem ruinösen Wettbewerb zu entziehen. Das könnte Vorbild werden für eine bessere Organisation des Nahverkehrs in ganz Deutschland.

Hier geht es zur Petition: "Kommunalisiert endlich die S-Bahn Berlin!".

Herzlich grüßen
für das Bündnis Bahn für Alle
und das Aktionsbündnis EINE S-Bahn für ALLE


Carl Waßmuth | Katrin Kusche

PS: Zum Vormerken: Am 28. Januar 2027 um 19 Uhr veranstaltet Bahn für Alle einen Online-Vortrag zum Thema Wettbewerb und Liberalisierung im Bahnverkehr. Referent ist Prof. Dr. Tim Engartner.

PPS: Anfang Oktober erschien die zweite Auflage unserer vierseitigen Zeitung "Berliner S-Bahn: Gemeingut statt Goldesel", die sich mit dem Thema der Kommunalisierung der Berliner S-Bahn befasst. Es sind noch Exemplare vorrätig. Bestellen Sie kostenlose Zeitungen zum Verteilen unter info@bahn-fuer-alle.de.

Ergänzung:

Unsere Pressemitteilungen seit dem letzten Rundbrief:

13.08.2026 | "Gemeingut statt Goldesel. Berliner S-Bahn kommunalisieren". Die Bündnisse Bahn für Alle und EINE S-Bahn für ALLE veröffentlichen heute ihre Sonderzeitung "Berliner S-Bahn: Gemeingut statt Goldesel". Die Zeitung erscheint als Beilage von taz, der Freitag, junge Welt und nd.dieWoche im Raum Berlin und Brandenburg sowie im Raben Ralf. Die Zeitung kann gratis zum Verteilen bestellt werden.

22.09.2026 | "Jubiläum: ein Jahr zufriedene Kunden". Anlässlich des ersten Jahrestags der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ vom Bundesverkehrsministerium zieht das Bündnis Bahn für Alle eine erste Bilanz.

Presse-/Medienreaktionen auf Bahn für Alle

22.09.2026 | radioeins: "Ernüchternde Bilanz. Ein Jahr Bahn-Agenda: Fahrgäste warten weiter auf Verbesserungen". Das Interview mit Carl Waßmuth, Sprecher von Bahn für Alle, ist online zum Nachhören noch abrufbar.

17.09.2026 | junge Welt: "Stuttgart 21: Stresstest war wertlos". Die Wahrheit kommt ans Licht. Das Gutachten für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 war ohne Substanz. In seinem Beitrag zu den neuesten Entwicklungen bei diesem Bahnprojekt zitiert Ralf Wurzbacher auch Carl Waßmuth von Bahn für Alle.

22.09.2026 | Lok-Report: "Bahn für Alle: 70 konkrete Vorschläge für zufrie

Beitragsbild: Eisenbahnfest Oberschöneweide 21.03.2015. Foto: ingmue1957

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