Schülerstreiks gegen Wehrpflicht, aber kaum politische Streiks von Lohnabhängigen? Arbeitsniederlegungen gegen die Rentenpolitik in Frankreich, nicht aber in Deutschland? Warum soll hier verboten sein, was dort gutes Recht ist? Novemberrevolution 1918: Mittels politischer Streiks wurde in Deutschland erstmals eine Republik gegründet – und bald darauf gegen den Kapp-Putsch verteidigt.
Nach 1945 gehörten Ausstände zum Kampf um den »Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit« (Schwur von Buchenwald). Doch in dem Maße, wie eine antifaschistische Neuordnung der bundesdeutschen Gesellschaft fehlschlug, verlor der politische Streik an Bedeutung. Über dessen Legalität durfte ein Jurist wie Hans Carl Nipperdey urteilen, der einst das ›Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit‹ (›Führerprinzip‹) mit kommentiert hatte und nun erster Präsident des Bundesarbeitsgerichts war. Doch »ohne politischen Streik keine Demokratie«: Angesichts aktueller Herausforderungen streitet das Buch dafür, das gescholtene Arbeitskampfmittel wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Das Buch beschreibt nicht nur die Geschichte, sondern auch Beispiele verbandsfreier und politischer Streiks – bis in die jüngste Zeit.
Zudem versteht sich der Band mit seinen Argumentationshilfen und Rechtshilfetipps auch als Leitfaden für die Praxis.
Erschienen: Juni 2026
Herausgegeben von:
Benedikt Hopmann, Rechtsanwalt, beteiligt an zwei Prozessen um eine Verbesserung des Streikrechts.
Duygu Kaya, GEW, als Riderin eine der Organisatorinnen des Streiks bei Gorillas.
Alex Kübler, GEW, beteiligt an der Kampagne für ein umfassendes Streikrecht.
Günter Watermeier, ver.di, Historiker mit Schwerpunkt auf der Revolution 1918/19.
Paperback, 351 Seiten, zahlr. s/w-Abb., € 22,00 [D]
ISBN 978-3-89438-880-5
