Zum Auslaufen des New START Vertrages – des letzten Abkommens zur Begrenzung von Atomwaffen.

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Last Updated on 02/02/2026 by Benedikt Hopmann

Das Aktionsbündnis “atomwaffenfrei.jetzt” erklärt zum Auslaufen des New-START-Vertrag von 2010 zwischen den USA und Russland zur Begrenzung strategischer Atomwaffen, der 2021 verlängert wurde:

 
Der New-START-Vertrag von 2010 zwischen den USA und Russland zur Begrenzung strategischer Atomwaffen, der 2021 verlängert wurde, läuft am 5. Februar 2026 aus. New START hatte für beide Seiten die Anzahl von Atomsprengköpfen auf 1.550 und die Zahl der Trägersysteme auf 800 festgelegt. Nachdem der INF-Vertrag von 1987 zur Beseitigung der Mittelstreckenwaffen von den USA 2019 gekündigt worden war, blieb der New-START-Vertrag das letzte Abkommen zur Begrenzung von Atomwaffen.

Das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ fordert die Bundesregierung auf, bei den USA darauf hinzuwirken, das Angebot des russischen Präsidenten Putin anzunehmen, die Vertragsbestimmungen beidseitig ein weiteres Jahr einzuhalten. Zugleich müssten neue Verhandlungen zu allen nuklearen Waffensystemen aufgenommen werden.

Die Nuklearmächte hatten sich im Nichtverbreitungsvertrag, dessen Überprüfungskonferenz im April 2026 in New York beginnt, zu vollständiger atomarer Abrüstung verpflichtet. Wegen der Nichteinhaltung dieser Zielsetzung hatten vor allem die Nicht-Atomwaffenstaaten den UN-Atomwaffenverbotsvertrag auf den Weg gebracht, der im Januar 2021 in Kraft getreten ist.

„In Zeiten, in denen Konflikte kriegerisch eskalieren und das Völkerrecht massiv ausgehöhlt wird, ist es umso dringlicher, die atomare Aufrüstung nicht völlig außer Kontrolle geraten zu lassen“, so Martin Singe, Sprecher des Aktionsbündnisses. „Die NATO und die USA müssen jegliche Chance von Gesprächsangeboten Russlands aufgreifen, um wieder über Rüstungsbegrenzung zu wirklicher Abrüstung zu gelangen.“

Um weltweite atomare Abrüstung zu ermöglichen, müsse Deutschland eigene Schritte einleiten, fordert das Atomwaffenfrei-Bündnis. Dazu gehöre als Maßgabe der Verzicht auf die Stationierung jeglicher Mittelstreckenwaffen und die Absage an eine europäische oder gar deutsche Nuklearrüstung. Stattdessen müssten die US-Atombomben aus Büchel abgezogen und die nukleare Teilhabe in der NATO beendet werden.

Ebensowenig wie die destabilisierenden Mittelstreckensysteme dürften USA und NATO nicht weiter die Entwicklung und Stationierung von Abwehrsystemen forcieren, sondern ergänzend seien auch hierzu wieder Vertragsverhandlungen einzuleiten, nachdem die USA den ABM-Vertrag schon 2001 gekündigt hatten. Ein massiver Abwehrschirm zwingt – innerhalb der Denkweise nuklearer Abschreckungslogik – einen Gegner zu weiterer Aufrüstung, um seine Zweitschlagskapazität aufrechtzuerhalten und der Drohung eines vernichtenden Erstschlags zu entgehen.

Die „Doomsday Clock“ des „Bulletin of the Atomic Scientists“ wurde vor wenigen Tagen um vier Sekunden auf 85 Sekunden „vor dem Weltuntergang“ vorgerückt. Die Wissenschaftler*innen verwiesen zur Begründung auch auf die Gefahr eskalierender Konflikte zwischen atomar bewaffneten Staaten hin.
 

Für das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“: Dr. Hildegard Slabik-Münter, Sprecherin des Aktionsbündnisses, Tel.: 0171 1790405 Martin Singe, Sprecher des Aktionsbündnisses, Tel.: 0228 264615 / 0177 5864147