Last Updated on 19/01/2026 by Benedikt Hopmann
Im Folgenden ein Bericht von Max Hölz zur der Demo am 17. Januar 2026 in Connewitz für Palästina-Solidarität.
Ich will Juliane Nagel (MdL Die Linke Sachsen) nicht mehr hören. Sie ist für mich seit gestern politisch endgültig gestorben. Habe noch im Ohr, wie sie im Vorfeld der Demo vom 17.1.26 in Connewitz tönte, dass sie “Israel-nahe und palästinasolidarische Kräfte zusammenbringen will”.
Nun habe ich auf unserer Demostrecke am Straßenrand soviele vermummte Antideutsche gesehen (mit ihren Israel und seine Angriffsarmee verherrlichenden und die Palästina-solidarischen Menschen beleidigenden Parolen und Transparenten), dass ich davon für mein Leben genug habe.
Die scheinen wohl alle in Leipzig zu wohnen oder für diesen einen Tag dahin gekommen zu sein.
Zeitweise fühlte ich mich an meine Zeit 1995 in der Westbank erinnert. Wenn dort nämlich einmal im Jahr am “Jerusalem-Day” die rechtsextremen jüdischen Siedler, Tausende, jeder eine Israel-Fahne in der Hand, am Damaskus-Tor im arabischen Teil Jerusalems ihren Anspruch auf ganz Jerusalem und auf das ganze biblische Palästina schreiend und pöbelnd geltend machten.
Die ursprüngliche Demo-Route durch ganz Connewitz war von der Polizei verboten worden. Die neue Route ging nicht weiter rein nach Connewitz, also nicht zum alternativen Kulturzentrum “Conne Island”. Und auch nicht zum Langweiler-Büro “Linxxnet” von Jule Nagel (MdL Die Linke), das mich – ehrlich gesagt – überhaupt nicht interessierte! Der Zugang zum Connewitzer Zentrum wurde von der massenhaft Israel-Fahnen schwenkenden antideutschen “Antifa Blau-Weiss” (pro Israel) dabei ‘heroisch’ verteidigt. Mutig, und zwar hinter massiven Polizeiabsperrungen.
Die neue Route war den Veranstaltern durch die Polizei aufgezwungen. So gab es lediglich das Connewitzer Kreuz zu sehen und die sehr lange Karl-Liebknecht-Straße durch einen Teil von Leipzig-Connewitz.
Dann ging’s runter in die – zum Leidwesen der Leipziger (es fuhren ab Mittag dort keine Straßenbahnen mehr) – sehr weiträumig von der Polizei abgesperrte Innenstadt.
Abschlusskundgebung war auf dem Augustusplatz. Die haben wir nicht mehr erlebt, weil wir uns bei der Zwischenkundgebung um 16h abgesetzt haben.
Für wen die Größenordnungen wichtig sind:
Die Palästina-Kundgebung mit Demo war deutlich größer als die Gegenkundgebung.
Auf der Palästina-Kundgebung wurde eine lange Liste von Bedrohungen und körperlichen Übergriffen durch Israel glorifizierende Schläger vor allem gegenüber migrantischen Menschen, die z.b. Kufiya tragen, bekannt gemacht;
Die Gegenkundgebung der bürgerlichen Kräfte (CDU/Grüne/rechter Flügel von Die Linke) plus israel-unterstützende Antideutsche
mit MdL Jule Nagel (Die Linke) an der Spitze hielt ausgrenzende Reden gegen den Islam, gegen die Gruppe Handala und baute an einem ‘linken’ Antisemitismus palästina-solidarischen Menschen und allerlei anderem Popanz.
Selbst die ‘Migrantifa Braunscheig’ war angereist, um Palästina solidarisch zu unterstützen und präsentierte sich mit eigener Fahne. Im Gespräch erfuhren wir auch etwas über die Anwesenheit von vielen jungen Menschen mit Kufiya aus kleinen Städten und Dörfern im Umkreis von Leipzig. Für jede und jeden Einzelnen war die Anwesenheit und das “Flagge zeigen” in Leipzig-Connewitz auch eine kleine Mutprobe. Ja, eine kleine Mutprobe gegenüber den in Leipzig etablierten Israel-freundlichen Bürgern. Aber auch gegenüber Medien wie MDR und Leipziger Volkszeitung und vielen Kneipen; und gegenüber den in aller Öffentlichkeit auftretenden zionistischen Schlägern, die sich hinter ihren Sonnenbrillen versteckten.
Dafür einmal: DANKE !
Die Berichterstattung im MDR ist so, wie man dass von einem staatshörigen Medienorgan erwarten darf: Einseitig.
Hier ist Palästina-Solidarität immer automatisch Antisemitismus, weil man das in der Journalisten-Ausbildung so lernt.
Die Teilnahme der VVN-VdA Westberlin mit ihren Fahnen an der Palästina-Kundgebung zur Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten für Andersdenkende (Rosa Luxemburg) auch in Leipzig-Connewitz, stieß auf großes Interesse und löste breite Zustimmung und etliche erfreute Nachfragen nach den Zuständen bei dieser ältesten antifaschistischen Organisation aus.
Auf dem Rückweg zu Fuß zum Hauptbahnhof Leipzig mussten wir noch 3 Polizisten, die uns mit der VVN-Fahne stoppten, erklären, dass der Rote Winkel im Emblem der VVN-Fahne nicht die palästinensische Hamas verherrlicht, sondern eine Ehrung für die politischen Häftlinge, die in den faschistischen deutschen Konzentrationslagern dieses Kennzeichen auf ihren Häftlingsjacken tragen müssten.
