Last Updated on 12/03/2026 by Ingo Müller
Aufruf an VVN-BdA Mitglieder
zur aktiven Vorbereitung und Durchführung des Berliner Ostermarsches 2026
Nachdem mit dem Überfall auf Iran die dritte Front des Krieges gegen die BRICS-Staaten eröffnet wurde, sollte es eigentlich keine Frage mehr sein, ob wir VVN-BdA-Mitglieder uns an der Friedensbewegung beteiligen oder nicht.
Liebe Kameradinnen und liebe Kameraden, liebe Antifaschistinnen und liebe Antifaschisten,
wir, die Mitglieder des Arbeitskreises Frieden der Berliner VVN-BdA, unterstützen den Aufruf der FRIKO zum Ostermarsch 2026 in Berlin und rufen hiermit auf, ebenfalls aktiv an der Vorbereitung und Durchführung des Berliner Ostermarsches 2026 mitzuwirken.
Wir sind als Antifaschistinnen und Antifaschisten ein besonderer Teil der Friedensbewegung und haben in dieser Friedensbewegung eine besondere Verantwortung.
Und worin besteht diese?
Wir verfügen über eine spezifische Einsicht in die Bedeutung und über die Funktion von Faschismus für die Kriegspolitik der reaktionärsten und abenteuerlichsten Kreise des Finanzkapitals.
Wir wissen, dass diese Kreise des Finanzkapitals den Faschismus brauchen, entwickeln und hervorbringen müssen, um ihre modernen imperialistischen Kriege vorzubereiten und führen zu können.
Aus dieser Perspektive und vor diesem Hintergrund ist es auch gar nicht die Frage, ob wir uns an der Friedensbewegung beteiligen oder nicht.
Antifaschismus ist Friedensbewegung – oder er ist keiner. Er kann auch immer nur von diesem Grundverständnis aus begriffen und organisiert werden. Alles andere ist entweder unvollständig oder bestenfalls eine unreife Vorform von Antifaschismus, oder der Versuch sektiererischer Abtrennung einzelner Aktionen aus ihrem antifaschistischen Gesamtzusammenhang.
Faschismus beginnt heutzutage leise. Hier ein bisschen Staatsräson an Stelle von Rechtsstaat, dort ein bisschen Abbau von Bürokratie – um die Wirtschaft zu stärken, hier ein bisschen Abbau von Kündigungsschutz und gewerkschaftlichen Mitspracherechten, dort ein bisschen mehr an Propaganda, dass der Russe an allem Schuld ist, hier ein bisschen Opferbereitschaft fordern wegen dieser Bedrohung, dort ein bisschen Wehrdienst und Stationierung neuer Waffensysteme – und vor allem Schulden, damit diese Waffen entwickelt und produziert werden können.
Ignazio Silone hat einmal gesagt: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.“
Um das zu erkennen und sich von einer solchen Politik abgrenzen zu können braucht es Erfahrungen, wenn die im Auftrag des Finanzkapitals Regierenden das „Volk“ zu Demonstrationen gegen „Rechts“ aufrufen, Erfahrungen, die wir in der Friedensbewegung ansprechen müssen.
Um das zu erkennen und sich davon abgrenzen zu können, wenn solche Politiker versuchen, in die Friedensbewegung einzudringen, braucht es Wachsamkeit.
Dazu müssen wir die Bewegung in ihren vielfältigen Formen stärken, inhaltlich und organisatorisch, wo überall möglich, und mit einer antifaschistischen Orientierung stabilisieren – den bundesweiten Ostermarsch im Allgemeinen und den Berliner Ostermarsch im Besonderen.
BERLINER OSTERMARSCH 2026
Sonnabend, 4. April 2026, 13 Uhr, Mauerpark / Oderberger Straße
AK Frieden der Berliner VVN-BdA
Berlin, März 2026 - akfrieden.vvnberlin2024@gmail.com
Beitragsfoto: Ingo Müller, Ostermarsch 2025
